Analyse der NHWF-Stationen Bad Eisenkappel, Koschutahütte, Loibl und Zelenica

Ende Oktober und Anfang November sorgte ein Störung vom Westen für kräftige Niederschläge in  ganz Österreich. Ein Tief über Oberitalien und den Ostalpen brachte dabei erhebliche Niederschläge in die Karawanken (vom 26. – 28. Oktober über 150 l/m² am Loibl). Aufgrund eines gleichzeitigen Kaltluftvorstoßes vom Norden sank die Schneefallgrenze ab und es fiel über 60 cm Neuschnee in den Bergen (vgl. Station Zelenica). Aufgrund einer weiteren Störung vom Westen und einer zunächst milden Südwestströmung stieg die Lufttemperatur und der Schnee schmolz sehr rasch auch in höheren Lagen. Ein Frontdurchgang sorgte am 4. und 5.11.  für Starkregen in ganz Kärnten mit Niederschlagsschwerpunkt in den Karawanken. Die Stationen (Loibl, Zelenica, Koschutahaus) registrierten über 150 l/m² Niederschlag innerhalb von 24 Stunden. Auch die Station Bad Eisenkappel registrierte über 100 l/m² Niederschlag. Die eingelagerten Schauerzellen sorgten dabei für bis zu 45 l/m² Niederschlagssumme in 3 Stunden an den Bergstationen. Am Abend des 5. November setzte sich die nördliche Kaltluft durch und brachte noch wenige Zentimeter Neuschnee.

Die vor dem Ereignis und während des Ereignisses gänzlich geschmolzene Schneemenge in den Bergen war ein entscheidender Antrieb für die großen Unwetterschäden in ganz Kärnten. Am schlimmsten betroffen vom Dauerregen und dem daraus folgendem Hochwasser war die Marktgemeinde Lavamünd in Unterkärnten. Hier hatte zum Regen-Höhepunkt die Drau einen Durchfluss von über 2500 Kubikmeter, statt den üblichen 250! Das Wasser stand teilweise über 2 Meter im Ortskern, sämtliche Geschäfte und Wohnungen waren überflutet.

Genau eine Woche darauf am 11. und 12. November stellte sich eine ähnliche Wetterlage ein. Die Niederschläge waren jedoch geringer und nicht großflächig vorhanden. Im Vergleich zum 5.11. registrierte an diesem Wochenende die Station Bad Eisenkappel fast keinen Niederschlag. Erneute große Unwetterschäden blieben Gott sei Dank aus.

Foto © APA/EggenbergerLavamünd steht unter Wasser

 

Auswertung Stationsdaten:

Niederschlag_Schnee.pdf  Niederschlagssumme.pdf  Temperatur.pdf

 

Video der WEBCAM Bilder vom 5.11.2012  aus Zell-Pfarre – Überflutung Straße und Wiese!:

November5_zell-sele

 

Berichte zu den Unwetterereignissen in Kärnten können Sie der Chronik der Kleinen Zeitung entnehmen:

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/hochwasser/index.do

 

Rückfragen:

ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik

Arnulf Wurzer, 8053 Graz, Klusemannstraße 21, Austria

Phone: +43 (0)316 / 242 200 / 3390

e-mail: a.wurzer@zamg.ac.at

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